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Der Weg raus aus der Angst - Vertrauen


Angst ist wie alle anderen Emotionen, wichtig und nützlich. Doch das Konzept der Angst ist als kurzfristiges Alarmsystem gedacht und nicht als Dauerzustand. Viele Menschen heutzutage befinden sich in einem Dauerzustand innerer Anspannung und ständiger Sorge. Schaut man genauer hin erkennt man, dass es sich hierbei um Formen der Angst handelt, dass hinter der Anspannung Befürchtungen stehen (Furcht=Angst). Angst ist auch in meiner Praxis immer wieder Thema. Menschen sagen mir „ich muss mir die Angst genau anschauen um dann gegen sie anzukämpfen“. In den Verhaltenstherapeutischen Seminaren bringt man uns Therapeutenbei, die Auslöser der Angst ausfindig zu machen, die Menschen schrittweise an die Angst zu gewöhnen, sie dem sogenannten „angstauslösendem Stimulus“ auszusetzen, bis die Angst weniger wird. Sicherlich, es funktioniert, für diese spezifische Angst. Die Frage ist: gibt es vielleicht eine tief verwurzelte, grundlegende Sorge oder Befürchtung? Einen zugrunde liegenen Unruhezustand? Ich habe die Erfahrung gemacht, dass die Angst sich oft auf andere Bereiche verlagert. Nicht immer, aber oft. Deshalb lohnt es sich, meiner Meinung nach, aus einer anderen Perspektive auf das Thema zu schauen: Wenn ich meine Aufmerksamkeit auf etwas richte, dann kreiere, erschaffe ich etwas. Etwas vermehrt sich dort wo ich meine Aufmerksamkeit hin richte. Es ist nicht möglich, meine Aufmerksamkeit auf etwas zu richten um etwas zu reduzieren oder wegzunehmen. Zusätzliche Aufmerksamkeit fügt mehr hinzu und kann nicht wegnehmen. Wenn ich also auf meine Angst achte, kann ich mehr Verständnis für die Angst gewinnen, aber generell betrachtet, füge ich dann dem übergeordnetem Thema „Angst“ etwas hinzu. Ich kann also nicht meine Aufmerksamkeit auf die Angst richten um sie zu reduzieren. Unser Gehirn kann nichts wegstreichen oder entfernen, sondern nur hinzufügen, erschaffen. Synapsen werden abgebaut, weil sie nicht genutzt werden, weil stattdessen andere genutzt werden. Ich kann nicht die Synapse aktivieren und gleichzeitig darauf hoffen, dass sie abgebaut wird. Kennen Sie das Beispiel mit der Zitrone? Nein? Es geht so: Schließen Sie bitte kurz die Augen. Nun sagen Sie sich selbst folgenden Satz: „Ich stelle mir jetzt nicht eine gelbe Zitrone vor“. Was ist passiert? Sie haben eine gelbe Zitrone gesehen, richtig? Nun wenn Sie sich stattdessen sagen würden: „Ich möchte einen rosafarbenen Elefanten sehen“, dann wäre die gelbe Zitrone tatsächlich aus den Gedanken verschwunden und Tata! Da ist er der rosafarbene Elefant. Was hat ein rosafarbener Elefant und eine Zitrone mit Angst zu tun? Ich ersetze den Elefanten durch Vertrauen und die Zitrone steht für die Angst. Fühle ich mich voller Vertrauen, dann reduziert sich die Angst automatisch. Vertrauen neutralisiert sozusagen die sorgenvollen Emotionen und katapultiert mich von einem angespannten in einen entspannten Zustand. Dabei gibt es verschiedene Formen des Vertrauens: Selbstvertrauen, Vertrauen, dass am Ende alles gut wird, Vertrauen in die Mitmenschen, Vertrauen in eine höhere Macht, Vertrauen in die Natur, Vertrauen in ein System. Ich rate Ihnen, überlegen Sie sich gut, ob Sie das nächste mal aus Enttäuschung sich selbst sagen: „diese Person hat mich enttäuscht, ich habe das Vertrauen in das Gute der Menschen verloren“. Wem schaden Sie damit? Nur sich selbst. Sie öffnen die Tür sperrangelweit und gewähren der Angst Eintritt. Und hat die Angst es sich bei Ihnen gemütlich gemacht, dann reißt sie alles an sich, möchte der Chef sein im „inneren Team“. Die Angst ist nicht dazu bestimmt auf Dauer zu bleiben. Das ist nicht die Aufgabe der Angst! Sie ist wie wir oben schon geschrieben haben nur ein „Notfallbote“, der kurz erscheint und dann wieder verschwindet. Deshalb arbeiten Sie, regelmäßig an sich, und daran Ihr Vertrauen zu stärken. Als Präventionsmaßnahme und zum Schutz Ihrer Gesundheit. Richten Sie Ihre volle Aufmerksamkeit auf das Thema Vertrauen! Was hilft Ihnen das Gefühl von Vertrauen hervorzurufen? Ich freue mich, wenn Sie mir Ihre Ideen und Erfahrungen mitteilen.

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